Ratgeber · Technik & Tests
Fake-Adressen für Software-Tests: PLZ, Straßennamen und Plausibilität
Eine Test-Adresse, die "Hauptstraße 12, 99999 Berlin" lautet, fällt jedem Reviewer sofort auf. Schlimmer: sie führt zu falsch-positiven Ergebnissen in Geo-Lookup-Tests. Realistische Fake-Adressen brauchen eine strukturell stimmige Kombination aus PLZ, Bundesland, Stadt und Straße. Dieser Ratgeber zeigt, wie fake-name.de diese Plausibilität herstellt, und worauf Sie in Ihren Tests achten sollten.
PLZ-Bereiche in Deutschland: was die erste Ziffer bedeutet
Deutsche Postleitzahlen sind fünfstellig und folgen einer geografischen Logik, die seit 1993 unverändert ist. Wer Tests mit realistischen PLZ-Bereichen schreibt, sollte diese Logik kennen.
Die erste Ziffer ist eine grobe Bundesland-Indikatorin, mit Überlappungen. Ein PLZ-Bereich beginnend mit “0” liegt in Sachsen-Anhalt, Sachsen oder Thüringen. “1” deckt Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ab. “2” ist Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und der Nordwesten Niedersachsens. “3” ist Hessen, Niedersachsen-Süd. “4” ist Nordrhein-Westfalen-Nord. “5” ist Nordrhein-Westfalen-Süd. “6” ist Rheinland-Pfalz und Hessen-Süd. “7” ist Baden-Württemberg. “8” ist Bayern-Süd. “9” ist Bayern-Nord, Sachsen-West und Thüringen-Süd.
Diese Logik bricht in der Praxis an den Grenzen zwischen Bereichen, weil die Deutsche Post pragmatisch zugewiesen hat. Eine PLZ “39106” liegt in Magdeburg (Sachsen-Anhalt, eigentlich “0xxxx”), eine “10115” liegt in Berlin-Mitte. Wer in Tests die erste Ziffer als Bundesland-Hinweis nutzt, muss die Sonderfälle kennen.
Die zweite Ziffer verfeinert. “01xxx” ist Dresden, “02xxx” ist Bautzen und Görlitz, “04xxx” ist Leipzig, “06xxx” ist Halle und Magdeburg, “07xxx” ist Gera und Jena. So weiter durch alle Bereiche.
Postlogistische Sondertypen: was Sie kennen sollten
Nicht jede PLZ ist einer Wohnadresse zugeordnet. Es gibt drei Sondertypen.
Postfach-PLZ decken keine Straßenadressen ab, sondern nur Postfächer. Eine PLZ wie “20097 Hamburg” gehört zur Postfach-Anlage am Hauptbahnhof, dort gibt es keine “Hauptstraße 12”. Wer in Tests Wohnadressen erzeugt, sollte Postfach-PLZ ausschließen. fake-name.de tut das automatisch.
Großempfänger-PLZ sind einer einzelnen Firma oder Behörde zugeordnet. Beispiel: “10117 Berlin” mit der spezifischen Großempfänger-PLZ “10557” gehört zum Bundeskanzleramt. Wer in einer Test-Form eine zufällige PLZ generiert und sie mit einer Adresse kombiniert, kann hier in absurde Konstellationen rutschen (“Max Mustermann, Hauptstraße 12, 10557 Berlin”, die PLZ existiert, aber nicht für diese Adresse).
Inselförmige PLZ sind seltene Konstellationen, in denen eine PLZ in mehreren nicht-zusammenhängenden Gebieten gilt. Das passiert nach Gebietsreformen. Wer Geo-Distanz-Tests macht, sollte diese kennen.
Straßennamen: Häufigkeit und regionale Verteilung
Die häufigsten Straßennamen in Deutschland nach OpenStreetMap-Statistik 2025 sind:
- Hauptstraße, 7.640 Mal
- Schulstraße, 6.290 Mal
- Gartenstraße, 5.450 Mal
- Dorfstraße, 4.880 Mal
- Bahnhofstraße, 4.260 Mal
- Kirchstraße, 4.080 Mal
- Berliner Straße, 3.840 Mal
- Lindenstraße, 3.420 Mal
- Mühlenstraße, 3.180 Mal
- Goethestraße, 2.910 Mal
Daneben gibt es regional spezifische Häufigkeiten. In Bayern dominiert “Hofmarkstraße” überproportional, in Norddeutschland “Dorfstraße”, im Ruhrgebiet “Bergstraße” und “Zechenweg”.
Tests sollten gezielt auch lange und ungewöhnliche Straßennamen einsetzen, weil Form-Validierungen mit maxLength={30} an Stellen wie “Friedrich-Ebert-Stift-Straße” (29 Zeichen) gerne knapp werden. Der längste Straßenname Deutschlands hat 65 Zeichen.
Hausnummer-Edge-Cases
Hausnummern wirken einfach. Sind sie nicht.
In Mannheim gibt es die berühmten Quadrate ohne Straßennamen: Adressen wie “C5, 12” sind dort üblich. Wer ein Form-Feld “Straße” erzwingt, blockiert Mannheimer Nutzer.
Hausnummer-Buchstaben (12a, 12b, 12c) sind weit verbreitet, vor allem bei Doppel- und Reihenhäusern. Ein Form-Feld, das nur Ziffern erlaubt, schlägt hier fehl. Auch Schrägstriche (12/3 für Wohnung 3 im Haus 12) und Bindestriche (12-14 für mehrere Hausnummern) kommen in Praxis vor.
fake-name.de generiert standardmäßig Hausnummern 1 bis 99 ohne Buchstabe. Ein optionaler Parameter erlaubt die Erzeugung von a/b/c-Suffixen. Für sehr realistische Tests empfehlen wir, etwa 15 % der Datensätze mit Suffix zu generieren.
Konkretes Beispiel: Plausibilitätsprüfung mit echten PLZ
Stellen Sie sich vor, fake-name.de generiert den Datensatz:
Name: Andreas Becker
Straße: Hauptstraße 12
PLZ: 25421
Stadt: Pinneberg
Diese Adresse ist strukturell plausibel:
- PLZ “25421” ist eine existierende Pinneberg-PLZ
- “Hauptstraße” ist in Pinneberg tatsächlich vorhanden (laut OSM)
- Hausnummer 12 liegt im üblichen Bereich
- Pinneberg liegt im “2”-Bereich (Schleswig-Holstein), passt zur PLZ
Aber: die konkrete Kombination “Hauptstraße 12, 25421 Pinneberg” existiert real und führt zu einer privaten Wohnung. Hier zeigt sich das Restrisiko von Fake-Adressen.
Lösung in der Test-Praxis: für jeden Datensatz wird eine Hausnummer-Permutation angewendet, der Datensatz “Hauptstraße 87” oder “Hauptstraße 199” reduziert die Treffer-Wahrscheinlichkeit auf reale Adressen um eine Größenordnung, ohne die Plausibilität spürbar zu verschlechtern. fake-name.de wendet diese Permutation standardmäßig an.
Tabelle: Adressen-Test-Edge-Cases nach Typ
| Edge-Case | Beispiel | Wie testen? |
|---|---|---|
| Mannheim-Quadrate | C5, 12 | Form muss “Straße” optional zulassen |
| Hausnummer mit Buchstabe | Goethestraße 12a | Regex erlaubt [0-9]+[a-z]? |
| Hausnummer mit Schrägstrich | Schulstraße 12/3 | Regex erlaubt [0-9]+(/[0-9]+)? |
| Doppelhausnummer | Lindenstraße 12-14 | Regex erlaubt [0-9]+(-[0-9]+)? |
| Sehr lange Straßennamen | Friedrich-Ebert-Stift-Straße | Form-Validation maxLength ≥ 65 |
| Postfach-PLZ | 20097 Hamburg | Adresse + PLZ Plausibilität prüfen |
| Großempfänger-PLZ | 10557 Berlin | Tests sollten diese ausschließen |
| Adresszusatz | ”c/o Müller, Hinterhof links” | Eigenes Feld vorsehen |
| Mehrteilige Stadt | Sankt Augustin | Plz-Stadt-Validierung |
| Umlauten in Stadt | Düsseldorf, Lüneburg | UTF-8 + Case-Folding |
Achtung: Adresszusätze wie “c/o”, “bei”, “z.Hd.” sind kein Stilelement, sondern echte Adressbestandteile. Sie können nicht in das Feld “Straße” gequetscht werden, weil sonst Versand-Software die Adresse falsch parst.
Ein Test-Layout, das wir empfehlen
Aus Erfahrung mit etwa 40 begleiteten Projekten haben wir ein Adress-Form-Layout, das nahezu alle Edge-Cases abdeckt:
- Straße (optional, max 80 Zeichen), leer lassbar für Mannheim-Quadrate
- Hausnummer (optional, max 8 Zeichen, Regex
[A-Za-z0-9/-]+), leer lassbar für Quadrate - Adresszusatz (optional, max 60 Zeichen), für c/o, bei, etc.
- PLZ (5 Ziffern, validiert gegen PLZ-Datei)
- Stadt (max 80 Zeichen, UTF-8 voll erlaubt)
- Land (Dropdown, Default Deutschland)
Mit dieser Struktur fallen die meisten Validations-Bugs aus, und fake-name.de-Datensätze passen direkt rein.
Zum Mitnehmen
Adressen sind ein erstaunlich komplexes Datenfeld. PLZ-Bereiche haben eine eigene Logik, Straßennamen haben regionale Häufigkeiten, Hausnummern haben Edge-Cases, die in jeder Produktivumgebung früher oder später auftreten. fake-name.de erzeugt strukturell plausible Adressen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit keine reale Wohnung treffen, und reicht für die meisten Test-Szenarien aus. Wer gegen Geo-Validatoren testen will, sollte Mock-Endpunkte einsetzen statt echte APIs zu fragen.
FAQ
Häufige Fragen
Wie wird eine plausible Fake-Adresse strukturell aufgebaut?
Schritt eins: PLZ-Bereich auswählen (z.B. 25xxx für Schleswig-Holstein). Schritt zwei: passende Stadt aus der offiziellen PLZ-Liste der Deutschen Post wählen. Schritt drei: häufigen Straßennamen aus dem regionalen Pool ziehen. Schritt vier: Hausnummer zwischen 1 und 99 generieren. Diese Kette stellt sicher, dass die Adresse zumindest grob plausibel ist, ohne eine reale Adresse 1:1 zu treffen.
Sind die generierten PLZ tatsächlich existierende deutsche PLZ?
Ja. fake-name.de zieht aus der offiziellen PLZ-Liste der Deutschen Post (Stand jeweils 1. Januar des Jahres). Erfundene PLZ-Bereiche wie 99999 oder 00000 werden bewusst vermieden, weil sie in Geo-Lookups als Fehler erkannt werden würden.
Was ist mit Hausnummern jenseits von 99?
fake-name.de generiert standardmäßig Hausnummern 1 bis 99. Wer höhere Werte (etwa für Hochhäuser oder Numerierungen in Neubaugebieten) testen will, kann den Range im Generator-Parameter erweitern. Tests mit Hausnummer 200+ decken einen seltenen, aber durchaus existierenden Edge-Case ab.
Was tun, wenn Test-Adressen in Geo-API-Validatoren als ungültig erkannt werden?
Geo-Validatoren wie Google Address Validation API oder die Deutsche-Post-API prüfen die tatsächliche Existenz der Adresse. Eine zufällige fake-name.de-Kombination existiert in der Regel nicht. Wer gegen Geo-APIs testen will, sollte einen Mock-Endpunkt einsetzen oder den Validator gezielt mit echten Adressen aus dem eigenen Kundenbestand prüfen.
Wie sicher ist es, dass eine Fake-Adresse keine reale Adresse trifft?
Statistisch: Bei ca. 230.000 Straßennamen in Deutschland und durchschnittlich 80 Hausnummern pro Straße ergeben sich rund 18 Millionen potenzielle Wohnadressen. Eine zufällige Kombination trifft mit Wahrscheinlichkeit ~5,5 × 10⁻⁹ auf eine konkrete reale Wohnadresse. In Großstädten ist die Wahrscheinlichkeit leicht höher, weil Straßennamen wie "Hauptstraße" mehrfach vorkommen.
Quellen